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Iran an der Schwelle zur Demokratie?

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M.H.Allafi, 1952 geboren in Iran, lebt seit 1978 in Deutschland, wo er 1989 sein Studium der Gesellschaftswissenschaften an der Universität in Frankfurt am Main mit dem Titel Doktor der Philosophie abgeschlossen hat. Von 1991 bis 2005 war er Lehrbeauftragter an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Sein Versuch als Professor für Soziologie im Iran zu lehren scheiterte wegen kultureller Unstimmigkeiten, die zu einer dramatischen Flucht führten. Seither lebt er wieder in Frankfurt am Main, wo er sich neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler und Autor auch als Übersetzer und Herausgeber zahlreicher Werke moderner iranischer Autoren und Autorinnen einen Namen gemacht hat, z.B. durch die Anthologien "Das kleine Geschenk" (1994), "Ein Bild zum Andenken" (1997), "Östliche Brise" (1998) und "Mina mit dem blauen Kleid. Moderne Erzählungen iranischer Frauen" (1999). Darüber hinaus machte er mit seinen Übersetzungen erstmals in Deutschland einige Werke der wichtigsten iranischen Romanciers bekannt wie Simin Daneshwar, mit ihrem Roman "Drama der Trauer", Ahmad Mahmud mit dem Roman "Die Rückkehr", sowie die Erzählungen der iranischen Schriftstellerin Moniro Ravanipur "Die Steine des Satans".

Seine eigenen Bücher finden Sie auf dieser Seite weiter unten .

Das ist mein Leben

Die Zeit wandelt sich

in die Vergangenheit

in die Gegenwart

in die Zukunft

in den Jahren

die vergehen

die wieder kommen und wieder gehen

Die Zeit ist atemlos, pausenlos

sie geht

sie kommt

sie bleibt nicht stehen

Ich habe wieder und wieder gesehen

wie oft sie kam

wie oft sie ging

bis ein Jahr verging

bis ein neues beginnt

Der Mensch vergeht

während die Zeit hin und her geht

Ich stehe da als Mensch

fühle mich verlassen

von dieser Zeit

diesem Dauerwanderer

Ich drehe mich um

ich bilde mir ein

ich bin dabei zu rechnen

zähle und zähle

zehn tausende von Jahren

sind hinter mir

Wenn ich nach vorne schaue

höre ich auf zu zählen

Die Zeit drängt mich

sie wahrzunehmen

in dem Moment

in dem ich gerade bin

Und

das ist mein Leben!

 

M.H. Allafi

18.12.2011

 

Ich bedauere es!

Ich will nicht dich erziehen

manipulieren

auch nicht umstimmen

dich quasi dazu bewegen

dass du irgendetwas unternimmst,

bevor es zu spät ist.

 

Deine Augen öffnest,

die Brille, die die anderen

dir, dir, dir...

aufgesetzt haben,

empört, empört, empört...

zur Seite wirfst.

 

Nein, ich will all dies nicht!

 

Weißt du, warum?

 

Ja, richtig, weil ich es nicht kann!

 

Weißt du, warum?

 

Weil

dich, dich, dich...

von mir

die eiserne Wand,

die Unwahrheit heißt,

trennt!!

 

Ohne es zu wissen,

ohne es zu merken.

 

Die sanften,

die wahren

Worte

prallen ab

an dieser Wand.

 

Klirrend

fallen sie

zu Boden.

 

Werden zertrampelt

oder überfahren

vielleicht staubgesaugt

womöglich abgewischt

je nach dem

wo wir uns befinden!

 

Du, du, du...

gehst

allein

einsam

auch wehrlos

deinen Weg,

obwohl ihr so viele seid.

 

Ich schaue nur zu,

dabei schreie ich:

 

Ich bedauere es!!!!

 

Du, du, du...

nimmst keine Stimme wahr

da alle gleichzeitig reden

ohne zuzuhören.

 

Ich schreie noch einmal:

 

Ich bedauere es!!!

 

M.H. Allafi 

19.10.2011

 

 

 

Der Mensch ist umfassend!

Es ist traurig
Es ist langweilig
Es wiederholt sich
Es geht einfach nicht weiter
Einer schwätzt Unsinn
aus Langeweile, oder aus Gestörtheit?
Oder fühlt man sich am Ende?
Es ist rückwärts gewandt
kein gutes Zeichnen für unsere Zivilisation!
Ist sie am Ende?
Wollen diese Leute deshalb zurück?
Nennen sie deshalb ihre Gedankenschießerei
ohne Rücksicht auf die Zivilisten
Kinder
Frauen
Männer
Unbeteiligte
„Diskussion“?
Ich muss lächeln!!
Bitter lächeln!!
Mir bleibt nichts andres übrig!!
Doch!!
Diesem Ganzen zum Trotz
des einen bin ich mir sicher
Solange es Menschen gibt
erheben sie sich aus der Tiefe
Darauf muss man setzen!
Darauf muss man rechnen!
Der Mensch ist umfassend!

M.H. Allafi
20.12.009

 

Froh sei dein Nohruz

Froh sei dein Nohruz

Heute ist Nohruz

Morgen soll auch Nohruz sein

Dein Leben soll Nohruz sein

Denn Nohruz ist

das Fest der Freude und des Frohsinns

Liebe und Versöhnung

Aufwachen und Arbeit

Froh sei dein Nohruz

Heute ist Nohruz

Morgen soll auch Nohruz sein

Dein Leben soll Nohruz sein

Denn Nohruz ist

das Fest der Freundschaft und Versöhnung

der Verjagung des Hasses

der Reinigung des Herzens

Froh sei dein Nohruz

Heute ist Nohruz

Morgen soll auch Nohruz sein

Dein Leben soll Nohruz sein

Denn Nohruz ist

das Fest der Festlichkeit

Der Toten wird feierlich gedacht, sie sind die Vergangenheit

Die Kinder werden gepriesen, sie sind die Zukunft

Froh sei dein Nohruz

Heute ist Nohruz

Morgen soll auch Nohruz sein

Dein Leben soll Nohruz sein

Denn Nohruz ist

das Fest der Sonne und des Lichts

das Ende der Finsternis

Die Liebe scheint unendlich

Ihr wisst es bestimmt auch

Heute ist Nohruz

Tanz und Gesang ist angesagt

Behaglichkeit und Lebenslust

Freundschaft und Versöhnung

Dankbarkeit und Achtsamkeit  

Lust und Liebe bis ins Jenseits des Lebens

Kommt,

Halten wir einander die Hand

Heute ist Nohruz

Morgen soll auch Nohruz sein

Froh sei dein Nohruz

M.H. Allafi

Nohruz 2009

 

Neujahrsgruß 2009

Das geht mich nichts an
insofern Gott sei Dank

Ist der Millionär, der Milliardär,
ich meine, einer, der viel Geld hat,
glücklich?
Ist bei ihm alles in Ordnung?
Sorglos ist der Kerl?
Hat er eine gute Freundin?
Liebt sie ihn wirklich nicht des Geldes wegen?
Freut er sich über das Mahl,
das er zu sich nimmt?
Wenn er neben seiner Freundin liegt,
denkt er wirklich an sie?
Fühlen sich beide richtig?
Die Liste solcher Fragen
kann lang sein wie das ganze Leben!
Meine Antwort ist knapp:
Ich weiß es nicht!
Ich weiß aber, dass ich
glücklich
bin!!
Ich habe eine kleine Wohnung
zwei Nachbarn über mir
einen Nachbarn unter mir
vier Nachbarn neben mir
alles nette Leute.
So wie ich es jedenfalls empfinde.
Wir grüßen uns im Treppenhaus,
gelegentlich beim Discounter
zufällig im Bus
oder an der Kreuzung,
wenn die Ampel gerade rot zeigt.
Wir halten die Tür füreinander auf
wenn wir gerade vor der Haustür aufeinander treffen.
Meine Freundin liebt mich
ohne an mein Geld zu denken,
wovon ich nicht viel habe.
Sie hat sogar ein bisschen mehr als ich.
Ich denke auch nicht an ihr Geld!
Wenn wir nebeneinander liegen,
fühlen wir uns ganz, spüren die Liebe,
Wärme und Geborgenheit
Arm in Arm
Atmen in Atmen.
Was wir haben, genügt uns völlig,
ein gemeinsames Mahl
eine gemütliche Zweisamkeit
ein nettes Gespräch.
Wir freuen uns über das, was wir haben
dabei denken wir nie
an Dinge
die wir nicht haben können oder wollen
so bleibt uns der Ärger fern.
Wir lassen uns nicht vorschreiben,
was wir „brauchen“
wir entscheiden selbst über unser Leben,
vor allem dessen Inhalt.
Ich denke
wir sind freie Menschen
frei von Sorgen
über große Vermögen
Teilhabe an Firmen
an Banken
und dem Fehlmanagement dort
Missmanagement hier
Betrug der Politiker
der geschmierten Juristen.
Diese Personen interessieren mich nicht
geschweige denn auf sie neidisch zu sein.
Denn ich weiß:
Meine Freundin liebt mich
das Mahl schmeckt mir
das Gläschen Wein auch
wenn schon die Flasche nur 3,99 Euro kostete, nicht 250 Euro.
Ich schlafe tief
jeden Morgen danke ich,
dass ich gesund lebe
jeden Morgen merke ich,
dass diese Leute mich nicht anstecken können.
Sie können mir nicht vorschreiben,
dass ich ein neues Auto kaufen muss
dass ich mich verschulden muss
dass ich reisen muss
dass ich diese oder jene blödsinnigen Dinge kaufen muss,
dass ich mich so oder so verhalten muss,
kurz und knapp
dass ich mich eigenhändig versklaven muss.
Nein, ich bin ein freier Mensch
ich habe ein gesundes Mahl
ein warmes Bett
ein ruhiges Gewissen.
Weder muss ich lügen noch muss ich betrügen
ich bin glücklich.
Ich weiß immer noch nicht
ob der Millionär, der Milliardär,
ich meine, einer, der viel Geld hat,
glücklich ist.
Das geht mich nichts an
insofern Gott sei Dank.

M.H. Allafi
21.12.2008

 
Ein Lied für Dada

Die Mutter hat uns verlassen

Die Mutter hat uns verlassen

Sie ist ins Jenseits gewankt

Sie konnte nicht gut laufen

Schmerzen hatte sie

Im Rücken

In den Beinen

Große Schmerzen hatte sie

In ihrem alten Herzen

Das bis zum Ende pochte

Wenn auch sehr schwach

In der Hoffnung

auf das Wiedersehen

All ihrer Kinder

Auch der Enkelkinder

Die schon im Diesseits

Sie verlassen haben

Nicht alle freiwillig

Nicht alle auf die gleiche Weise

Jeder gepackt von seinem eigenen Schicksal

Das sich zutragen hat

Die Mutter hat uns

auch nicht freiwillig

Verlassen

Herr!

Ist sie nun bei dir?

Oder irre ich mich?

Wie es auch sein mag

Ich verpflichte dich

In deinem eigenen Namen

Sie dort in Schutz zu nehmen

Befreie sie von ihrem ewigen Leiden

Das von Kind auf

Auf ihrem Leben lastete

Entlaste sie,

Herr

Denn du bist doch gerecht?

Oder irre ich mich?

Wie es auch sein mag

Ich danke dir, Herr

Dass du sie würdig zu dir nahmst

Ohne sie zu entmenschen

Ich danke dir, Herr

Du hast diesmal gut gehandelt

obgleich ich traurig bin

sogar sehr traurig

Weil ich sie vermisse

Sie wird mich dort nicht vermissen

Das hoffe ich und gönne es ihr

Aus tiefstem Herzen

Denn ich wurde brutal

Durch die brutalen Verhältnisse

In deinem brutalen Reich

auf dieser Erde

Nicht nur geschleudert

Sondern zerfetzt

In tausend Stücke

Und

Jedes Stück erzählt mir

Eine andere Geschichte

Und die Geschichte der Geschichten

Ist das Leben selbst,

Das man irgendwann zu verlassen hat

Ich weiß, dass ich selbst

Schuld daran war

Ich weiß

der Irrweg war

mein eigener Weg

Ja, Herr, ich weiß viel über mich

und auch über die anderen

ich will deine Ohren

mit meinem Wehklagen

nicht

voll

stopfen

Denn du weißt viel mehr

über mich

Auch über die anderen

Zumindest behauptest du das

Aber

wir Menschen sind vergesslich

Sonst könnten wir es nicht aushalten

Ich darf dich fragen

Leidest du darunter,

Dass der Mensch nicht in deinem Sinne

handelt?

Lässt du deshalb leiden?

Ist das dein Prinzip?

Leiden und leiden lassen?

Wie es auch sein mag

Wie bereits gesagt

Wir Menschen sind vergesslich

Hörst du mich nun?

Ich danke dir,

Herr,

Dass du die Mutter

Auf diese Weise zu dir nahmst

Auch wenn du in den letzten Jahren

Sie viel so viel leiden ließt

Ich weiß

Du belächelst mich

Würdest du sagen

Der Mensch klebt

Solange es geht

An seinem Leben

Du hast Recht, Herr,

Du musst Recht haben

Denn einer muss Recht haben

Da der Mensch so oder so

Immer wieder Unrecht tut

Sich selbst in die Irre führt

Eines aber sage ich dir

Anders ausgedrückt

Ich frage dich nur eines

Ist das nicht wahr?

Dass diejenigen, die es schön haben

Auf dieser verdammten Erde

Nicht fortgehen wollen?

Ich meine aus dem Leben

Und diejenigen, die es nicht schön haben

Etwas Schönes erleben wollen?

Darum klebt man am Leben?

Wie es auch sein mag, Herr

Tu meiner Mutter nichts

Nun

Schütze sie, Herr,

Pass gut auf sie auf

Sie ist gebadet durch Unrecht

Was der Mensch auf Erden

Recht und Ordnung nennt

Bis sie

wankend zu dir kam

Sie konnte nicht mehr

Hast du ihr geholfen?

Hast du sie ermutigt?

Herr,

Sie hatte große Schmerzen

In ihrem kranken Herzen

Das am Ende

Ihr Blut verströmend

Zu schlagen vergaß

Keines ihrer Kinder war anwesend

Das Blut zu stillen

War das ihr letzter Versuch

Die Kinder zu überzeugen

Wie einst in ihrer Gebärmutter

Nun ist die Mutter bei dir,

Herr

Schütze sie, Herr,

Habe sie selig, Herr!

11.02.2007

 

 

 

 

Das Schockierende an der so genannten Grass-Debatte ist aus meiner Sicht, dass man in ihrem Verlauf immer wieder mit den Spuren von Lüge, Neid, Leid und Selbstmitleid, einer medialen Vermarktungsstrategie wie auch der Sinnentleerung der intellektuellen Diskussion, ja, mit der wachsenden der Armut des kritischen Bewusstseins konfrontiert wird. Welche Relevanz hat Grass’ spätes Eingeständnis wirklich? Gleich, ob Sie von dieser Debatte angesteckt sind oder nicht – sofern die heutigen Belange der Menschen im Weltmaßstab für Sie von Bedeutung sind, schauen auf das nachfolgende Gedicht, wenn Sie mögen.

M.H. Allafi

Frankfurt/Main

 

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich in der Wüste lebe

Wo die anderen wild grassieren

Wo die Bomben fallen

Wo zerschmettert wird

 

Nehmen wir an  Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn die frische Luft fehlt

Wo das Wasser trüb ist

Wo die müden Bäume nicht rauschen

Wo man die Vögel nicht zwitschern  lässt

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich stets Angst habe

Wo ein Mensch daneben steht

Wo er sich in die Luft bombt

Wo Blut in Unmengen Gras überschwemmt

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich keinen festen Boden unter den Füßen habe

Wo ich heute das eine bin, morgens das andere

Wo ich barfuß im Regen stehe

Wo die klirrende Kälte sich unverschämt durch meine Zellen zieht

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn der Tsunami wütetet

Wo Grass und Gras durcheinander gewirbelt werden

Wo die Arche Noah eine Rettung gewesen wäre

Wo Hilferufe in den Himmel drängen 

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich  hinschaue

Wo mein Blick auch hin reicht

Wo ich auch hin gehe

Wo ich auch stehe, das Gras ist verwelkt

 

Kommt

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

Uns für eine gute Zukunft

Durch Weltoffenheit wappnen

Denn es könnte zu spät sein

Wenn wir mit Grass oder Gras  

Zu lange Zeit verschnaufen

Die Gefahr besteht wirklich

Dass uns die Ajatollahs irgendwann taufen

 

August 2006

 
Mit freundlichen Grüßen aus den Lehmhäusern

Lass uns gemeinsam gehen
Wohin auch immer
Ach Mensch, der Mensch lebt nur ein Mal 
Ein kurzes Mal
Lass uns für Frieden sein
Und zwar überall!
Das Leben hat Höhen und Tiefen
Lass uns auf die Höhe steigen,
genau dort laut schreien 
Das Leben ist kurz, Mensch,
lass dich nicht hetzen von den Gehetzten, 
den Aufgeblasenen, den Irrtümern der Zeit
Die Verlorenen, die alles verlieren lassen,
sie stiften Kriege an
Auf Kosten der Menschen, die sie entmenschen
Sowohl die Tötenden wie die Getöteten, die Überlebenden
Genauso wie Sieger und Besiegte 
Der flüchtige Moment wird dadurch zum grässlichen…
Gleich, ob man in den Krieg zieht oder ihm fernbleibt
Lass uns, Mensch, für Frieden sein
Lass uns zum Menschen werden
Zumindest annähernd 
Ich meine, dem Wesen des Menschen näher kommen!
Lass uns verzichten auf die Dinge,
die wir nicht brauchen
Somit leichtfüßig durch das Leben ziehen
Ich gebe meine ab, wenn sie auch nicht viel wert sind
Gib du auch deine ab, Mensch!
Komm, verabschieden wir uns von dieser Zivilisation,
welche Barbarei auf dem Gewissen hat!
Ich rede nicht von Persern, Römern und Griechen,
auch nicht von Pharaonen,
Ich rede von uns, von unserer Zeit
Auch von diesen sauberen Männern mit Kragen und Manschetten
Von den Damen 
Kostümiert, parfümiert, ganz elegant
Du würdest mich fragen
Sind sie etwa blutrünstig? 
Ich würde antworten:
Keine Ahnung, Mensch! 
Vielleicht sage ich, ach Mensch,
es ist eine schlechte Zeit  
In der für ein paar Barrel Öl Kinder getötet werden
Meine Mutter weint,
deine bestimmt auch!
Sie haben uns verloren
Wir haben sie verloren
Die Diktatur wird mit Gewalt eingesetzt, mit Gewalt vertrieben,
derselben Gewalt durch die gleichen Herren
komisches Spiel, entsetzliche Regeln,
nach denen Leute wie du und ich umkommen! 
Wir werden geschmort, zerfetzt und zerbombt
So viel Energie, das ist mehr als das Öl
Mensch, sie jammern in Nächten wie in die Tage hinein
Sie seien knapp bei Kasse,
ihre Autos führen nicht, wie Züge und Schiffe 
Flugzeuge düsten nicht mehr sowie die Raketen…
Wie schön wäre es, Mensch, wenn das alles stimmte
Komm verzichten wir auf Alles
Damit wir ohne Last und sauber durch das Leben ziehen
Wir werden schneller sein als diese Herren
In meiner Petroleumlampe sind noch ein paar Tropfen Öl 
In meinem alten Kocher finden wir auch welches
Die Nachbarn würden auch welches bringen
Wir gießen es zusammen in einen Kanister,
verpackt und verschnürt schicken wir ihn nach Washington 
Dort ist nämlich die Kälte ausgebrochen, es ist eiskalt
Die Menschen und die Menschheit, allesamt erfrieren 
Unsere Kleider sind zerschlissen 
Sonst hätten wir sie mitgeschickt 
Komm, Mensch, unternehmen wir etwas!
Vielleicht hören sie auf, das kurze Leben noch kürzer zu machen
Ich hab noch ein paar Groschen 
Du hast bestimmt auch welche
Wir sammeln einiges in den Straßen, von den Nachbarn
Hoffentlich haben sie welches
Wir gehen einfach betteln 
Legen wir zusammen und schicken es den Reichen
In ihrem Weißen Haus
Schreiben wir darunter
Mit freundlichen Grüßen aus den Lehmhäusern

M.H. Allafi
im März 2003

 

Andere über ihn:

"Der iranische Schriftsteller läßt seine Erzählfigur durch Frankfurt irren wie durch ein unbekanntes Labyrinth. Das ist mal komisch, mal rührend und oft auf eine herbe Weise poetisch. Allafis ironischer und sensibler Blick verwischt die Unterschiede zwischen Deutschland und Iran. Beide Länder vermitteln ihm offenbar nicht die einlullende Geborgenheit, die sich bei einer zu vertrauten Umgebung einstellen kann. Und bei dem einsamen Streuner in Frankfurt führt der Blick auf den Main zu der abgeklärten Einsicht, daß der Gegensatz zwischen Orient und Okzident manchmal aufgehoben wird..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Allafi schildert in seiner Erzählung eine verwirrende Dreieckbeziehung. Die Unterschiede zwischen den Figuren, die aus dem Iran und der Bundesrepublik stammen, verwischen dabei zunächst bis zur Unkenntlichkeit, kommen dann unerwartet wieder zum Vorschein. (Allgemeine Zeitung-Alzeyer Anzeiger)

"Alle Erzählungen verbindet eine Frage: Welche sozialen Konflikte begleiten die Modernisierung im Iran? Jäh aus der wohligen Traditionsverbundenheit gestoßen, gehen dort zahlreiche Familien nach heftigen Streit entzwei, schier unvereinbar erscheinen die Weltbilder der Generationen...." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Es geht nicht so sehr um die eigentliche Nationalität der Figuren im Stück, sondern vielmehr um ein bestimmtes Bild vom Orient und die Entwicklung der Veränderungen, betont Allafi, des seit 18 Jahren in Deutschland lebt." (Frankfurter Rundschau)

"Was den einzelnen für sein Leben zeichnet - Allafi erzählt es völlig unspektaklär, nahezu tonlos, jedoch bei weitem nicht unbeteiligt und schon gar nicht kalt. Es ist die Distanz eines Kenners, der die Schäbigkeit und das Leid der ärmlichen Dasein aus der Gewöhnung erinnert. Allafis Natur - und Stadtbeschreibungen sind beeindruckend und von Sympathie getragen; überhaupt weiß der Autor mit atmosphärischen Eindrücken umzugehen." (Raimund Wördemann, Deutsche Welle)

"Daß die Welt klein geworden ist, ist nur die halbe Wahrheit, die wir gerne für die ganze halten. Etwas von dem wiederzugeben, was nicht per Knopfdruck zu haben ist, hat sich der Soziologe, der seit 1978 in Deutschland lebt und in deutscher Sprache schreibt, für seinen ersten Roman vorgenommen ..." (FAZ Sonntagszeitung)

"Einem Iran-Bild, das sich aus Sensationsnachrichten und Büchern wie Betty Mahmoodys `Nicht ohne meine Tochter` zusammensetzt, hält er (Allafi) die unspektakuläre, präzise Beschreibung alltäglicher Sorgen und Nöte einfacher Leute aus jener Region entgegen..." (Schwäbisches Tagblatt)


Seine Romane und Erzählungen:

Die letzte Nacht mit Gabriela. Roman

Die Nächte am Main. Roman

Verloren. Erzählung

Die Nähmaschine. Erzählung

Es schneit im Zagros-Gebirge. Roman

Seine Sachbücher:

Ein Fenster zur Freiheit. 100 Jahre moderne iranische Literatur

Islam, Gesellschaft und europäische Moderne

Iran an der Schwelle zur Demokratie?


M.H.Allafi
Leyla
Auf der Suche nach Freiheit

Der andere Orient 21
357 Seiten, 18,00 Euro
ISBN 978-3-930761-40-
1

Die selbstbewusste Iranerin Leyla will nichts mehr mit der legendären orientalischen Leyla und ihrer unerfüllten Liebe zu tun haben. Sie will sie selbst sein, nicht mehr und nicht weniger. Die Freiheit, die ihr dazu fehlt, nimmt sich die junge Frau einfach. Sie verliebt sich in Kaiwan, den aufgeschlossenen Arzt mit Herz und Verstand. Er erwidert ihre Liebe aus ganzem Herzen. Doch ausgerechnet als die beiden entgegen jeder Konvention und ungeachtet der Zeigefinger der islamischen Moralprediger eine wunderbare Nacht miteinander verbracht haben, erhält Kaiwan einen schicksalsschweren Anruf. Er muss Teheran sofort verlassen. Als er zurückkommt, ist keine Spur mehr von Leyla zu finden. Schließlich meldet sie sich eines Tages doch wieder, aber sie ist völlig niedergeschlagen und wie ausgewechselt. Verzweifelt bittet sie ihn, ihre Jungfräulichkeit wieder herzustellen, denn sie wird von ihren Eltern zu einer ungewollten Heirat gezwungen.

Kaiwan kann das alles nicht fassen, aber Leyla verspricht ihm, sich eines Tages an diesen Männern zu rächen. So bleibt er zwischen seiner Liebe zu ihr und seiner Hilflosigkeit hin und her gerissen. Leyla aber scheint ihm für immer verloren und er versinkt in eine tiefe Trauer um seine verlorene Liebe. Bis ihm eines Tages einleuchtet, dass er von lauter Leylas umgeben ist. Es sind die modernen Leylas, die sich wie seine geliebte Leyla nicht mehr unterdrücken lassen, sondern die wie freie Menschen ihr Leben in die eigene Hand nehmen. Die Freiheit für die Leylas wird zur Schicksalsfrage für ihn und seine Freunde.

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Diese Nacht ist so lang wie ein Leben ...

M.H. Allafi
Die letzte Nacht mit Gabriela

"...sieht der Autor die Menschen eingeklemmt zwischen einer öffentlich propagierten Moral, ihrer Armut und ihrem Konsumanspruch..." (Frankfurter Rundschau)

"In diesem Roman begegnen die LeserInnen vielen sehr unterschiedlichen und interessanten Persönlichkeiten." (Listen)

Gebundene Ausgabe. 304 Seiten, 21,50 Euro
ISBN 978-3-930761-19-7

Der Journalist Hans ist aus der Beziehung zu der Lehrerin Gabriela ausgebrochen und versucht nun, dem Sinn des Lebens in der islamischen Mystik auf die Spur zu kommen. Während er sich nach innen wendet, schlägt Gabriela sich nun allein durch das Großstadtleben. Ruhelos und immer auf Achse schließt sie sich der Single-Gemeinschaft an, in der jede und jeder auf seine Weise den Sprung in ein neues Leben sucht.
Nach einer gescheiterten Beziehung zu der Mystikerin Victoria, die Deutschland auf der Suche nach der Vollkommenheit verläßt, besucht Hans zusammen mit seiner neuen Partnerin Mariam deren Heimatland Iran. Noch immer fasziniert von der Geisteswelt der Mystiker glaubt er auf den Spuren der Sufis zu wandeln. Doch die Reise endet für ihn mit einer herben Enttäuschung und für Mariam mit einer familiären Katastrophe.
Die in gebrochenem Englisch mühsam formulierten Sätze eines seiner Gastgeber in Iran klingen seit seiner überstürzten Flucht immer wieder in Hans‘ Ohren: „You have seen that Iran is not good. You have not had a good time in Iran, did you? You have not spent good holidays in Iran, you have not visited the good people from Iran, there is nobody. I am sorry, but this is the truth. The Iranian people have had a grand culture, one of the old civilisations of the universe arose here on this damned ground. And what have we now? Nothing and nothing!"
Schließlich steht Hans noch einmal vor Gabrielas Wohnungstür. Im Laufe einer langen Nacht, so lang wie ein Leben, erzählt Hans von seiner Suche nach gelassenen, lebensfrohen Menschen in anderen Teilen der Erde, die trotz all seiner Bemühungen erfolglos blieb. "Wo ich war, sah ich Menschen, die genauso wie hier bis zum Hals im Sumpf der Realität, von mir aus des realen Lebens, ja, in ihrem realen Sumpf steckten", berichtet er voller Resignation.

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M.H. Allafi

Die Nächte am Main

Roman. Engl. Broschur. 240 Seiten, 15,25 Euro.
ISBN 978-3-930761-10-4

Hassan ist Hans, Hans ist Hassan, und beide lieben Gabriela. Es beginnt wie eine ganz normale Dreiecksgeschichte. Hassan sucht in Gabriela seine Freiheit, und sie erlebt in der Beziehung zu Hassan noch einmal eine verloren geglaubte Romantik. Als Gabriela ihn zum Abendessen nach Hause einlädt, stellt sich heraus, dass Hassan und Hans sich durch einen Zwischenfall auf dem Frankfurter Arbeitsamt bereits begegnet sind. Das ist der Anfang eines Lebens voller Fragen für Hans. Er, der Journalist, Hassan, zunächst Student, und Gabriela, die Lehrerin, führen eine aufregende Diskussion über die Geistlosigkeit der Zeit. Alle drei suchen einen Sinn in einem anderen Leben, das sich von dem allgemeinen unterscheidet. Doch als sie mit Hassan den Jahrestag seines achtzehnjährigen Aufenthalts in Deutschland feiern wollen, kommt es zum Eklat.

"Der iranische Schriftsteller läßt seine Erzählfigur durch Frankfurt irren wie durch ein unbekanntes Labyrinth. Das ist mal komisch, mal rührend und oft auf eine herbe Weise poetisch. Allafis ironischer und sensibler Blick verwischt die Unterschiede zwischen Deutschland und Iran. Beide Länder vermitteln ihm offenbar nicht die einlullende Geborgenheit, die sich bei einer zu vertrauten Umgebung einstellen kann. Und bei dem einsamen Streuner in Frankfurt führt der Blick auf den Main zu der abgeklärten Einsicht, daß der Gegensatz zwischen Orient und Okzident manchmal aufgehoben wird..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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M.H. Allafi

Verloren

Erzählung. Gebundene Ausgabe. 131 Seiten, 13,70 Euro.
ISBN 978-3-930761-02-9

Die junge Kurdin Nassrin flieht Anfang der 80er Jahre vor politischer Verfolgung in das revolutionäre Teheran. Nur halbherzig integriert sie sich in die extrem patriarchalischen Verhältnisse, die sie dort vorfindet.

"Was in den Augenblickssensationen von Krieg, Terror und Morddrohungen untergeht... - diese von den Medien freigelassene Leerstelle füllt Allafi aus." (Frankfurter Rundschau)

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M.H. Allafi
Die Nähmaschine

Erzählung
80 Seiten,  6,10 Euro
ISBN 978-3-930761-00-5

Schneidermeister Rahman aus der kurdischen Stadt Kermaschan ist stolz, dass die technischen Errungenschaften auch in seiner Werkstatt Einzug gehalten haben. Doch ihre Tücken werden ihm zum Verhängnis. Die Erzählung gibt Einblick in das gewandelte Leben der Menschen in Iran und das spannungsvolle Wechselspiel zwischen Tradition und Moderne.

"In einer schäbigen Schneiderwerkstatt... bündelt Allafi seine Eindrücke vom technischen Fortschritt..." (Frankfurter Allgemeine)

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Es schneit im Zagros-Gebirge
Ein Leben in Kurdistan. Roman
166 Seiten, 12,80 Euro

Inhalt:
In den fünfziger Jahren hat der technische Fortschritt auch in Iran Einzug gehalten. Trotz des gesellschaftlichen Umbruchs hat der reiche Großgrundbesitzer seine Macht noch nicht vollständig verloren. Erbarmungslos treibt er die hohe Pacht für seine Felder ein. Ein langer, strenger Winter bedeutet da für die Menschen im Städtchen Kerend eine Katastrophe. Als die Vorräte zur Neige gehen und der Hunger ins Haus steht, brechen Ali und seine Freunde auf, um im Gebirge Holzkohle zu gewinnen. Doch sie haben nicht mit dem großen Schnee gerechnet. Das Ereignis lässt Alis Sohn Akbar sein Leben lang nicht mehr los.

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Sachbücher von M.H. Allafi:

Die Geschichte der modernen iranischen Literatur

Ein Fenster zur Freiheit
100 Jahre moderne iranische Literatur -
drei Autorengenerationen

Der andere Orient 13
236 Seiten,
24,60 Euro
ISBN 978-3-930761-23-4

"Eine Ära geht zu Ende, es ist die Ära der alten Café-Erzähler, die von Teehaus zu Teehaus über das ganze Land die traditionellen Erzählungen wie jene aus tausendundeiner Nacht, die historischen Legenden wie die Geschichte von Hossein dem Kurden, Ssamad dem Klugen, die epischen Gesänge ... es ist die Ära der Großmütter, die von Generation zu Generation den Kindern mit spannenden Märchen und Fabeln traditionelle Weisheiten vermittelten, und es ist schließlich auch die Ära der gemütlichen Winterabende, an denen man einander Besuche abstattete, beisammen saß und der Erzähler mit der Autorität seines Alters den um den wärmenden Ofen Versammelten auswendig Geschichten und Legenden vortrug ..."
Die moderne iranische Literatur ist mit der Geschichte der politischen Kämpfe für Freiheit und Menschenrechte verflochten und zugleich ist sie ein Versuch, die europäische moderne Literatur zu übernehmen. Modernisierung der Prosa und Poesie, die Entstehung des Dramas und der Romane sind wichtige Bestanteile dieses Unterfangens.

Der Autor schildert die hundertjährige Literaturgeschichte in drei Generationen anhand anschaulicher Beispiele. Aus kritischer Perspektive beschreibt er einen langen Weg mit seinen Höhen und Tiefen. So verschafft der Band nicht nur Interessierten einen tiefen Einblick in die moderne iranische Literatur bis heute, sondern er ist auch für Leserinnen und Leser, die sich zum ersten Mal sich mit dem Thema befassen, gut verständlich und nachvollziehbar. Darüber hinaus ist er ein fundiertes Handbuch für Journalisten, Kulturschaffende, Verlage und Stiftungen, die sich mit der iranischen Literatur, ihren Autorinnen und Autoren vertraut machen möchten.

Drei Autorengenerationen haben die iranische Literatur der letzten 100 Jahre geprägt. Den Repressionen eines autoritären Staates zum Trotz, der viele von ihnen jahrelang hinter Gitter brachte oder zur Emigration zwang, zeugen ihre Arbeiten von einem Streben nach individueller Freiheit und Emanzipation, das nicht zu brechen ist. Besonders die jüngere Autorinnengeneration erhebt Ansprüche auf ein Leben ohne Leiden und Zwang.

Der Autor, der jahrelange Erfahrung mit der Vermittlung iranischer Literatur hat, gibt einen Überblick über die aktuelle iranische Literatur und die der vergangenen 100 Jahre, die über die höfische Dichtung hinausgewachsen das Streben nach Freiheit ausdrückt und so ein Spiegel der Verhältnisse ihrer Zeit ist. M.H. Allafi lädt ein, die wichtigsten iranischen Autorinnen und Autoren der Gegenwart kennen zu lernen, deren Leben und Werk er vor dem Hintergrund der sozialen Umwälzungen und der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen anschaulich macht.

Mit Textauszügen von:                                                                        
Sadeq Hedayat, Ahmad Schamlu, Simin Daneshwar, Ahmad Mahmud, Huschang Golschiri, Reza Joulai, Esmail Fassih,  M.R. Shafi Kadkani und anderen
In den Übersetzungen von:
Sabine Allafi, Claudia Stodte, Mohammad Jalali, Parviz Sadighi, M.H. Allafi

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Islam, Gesellschaft und
europäische Moderne

Chancen und Hindernisse
für Demokratie und Zivilgesellschaft

Der andere Orient 15
300 Seiten, 27,00 Euro. ISBN 978-3-930761-27-2

Freiheit, Menschenrechte und Demokratie sind nicht mehr bloße Schlagworte. Sie sind heute aktueller denn je, sie sind konkreter geworden und nicht mehr länger das Monopol einer Nation oder Region, sondern weltweit und hautnah für immer mehr Menschen erfahrbar. Auch die Menschen in den so genannten islamischen Ländern bilden hier keine Ausnahme. "Daher ist die Rede von einem einheitlichen, für die eine Welt bedrohlichen und für die andere Welt Heil bringenden Islam nicht einmal eine Legende." M.H. Allafi zeigt, wie vielfältig der Islam ist und dass die islamischen Länder keine geschlossene Einheit bilden, wie die Islamisten und ihre Gegner sie propagieren.
"Der Autor untersucht die den Islam prägenden Auseinandersetzungen zwischen modernistischen und konservativen Kräften aus historischer Perspektive." (Zeitschrift für Politikwissenschaft)

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Zusammen mit S. Allafi:

Iran an der Schwelle zur Demokratie?
Die erste islamische Republik
in den Konturen der neuen Weltordnung

Der andere Orient 18
140 Seiten, 18,00 Euro. ISBN 978-3-930761-33-3

"Das Buch vermittelt einen Einblick in die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre und stellt die Ziele und Positionen der verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Gruppierungen dar."
(Zeitschrift für Politikwissenschaft)

"Wäre das nicht ein Leitfaden für eine echte Politik des kritischen Dialogs?" (ND)
 

Schon vor dem Irakkrieg ist die Weltöffentlichkeit auf die Demokratisierung des Nahen und Mittleren Ostens aufmerksam geworden. Nach der Besetzung des Irak durch amerikanische und britische Truppen und dem Sturz eines der brutalsten Regimes unserer Zeit steht nun ernsthaft die Frage nach der Art und Weise der Demokratisierung in der Region im Vordergrund. Iran als bevölkerungsreichstes Land und zugleich als Geburtsort der ersten islamischen Republik spielt dabei eine herausragende Rolle. Immer wieder haben die Menschen hier gezeigt, dass sie eine freiheitliche Gesellschaftsordnung anstreben. Diesen Willen haben sie in der Geschichte ihres Landes in den vergangenen hundert Jahren zum Ausdruck gebracht - durch die Reformbewegung, deren Erfolg ihnen kurzzeitig eine parlamentarische Demokratie bescherte, durch die Revolution gegen eine Diktatur und in neuerer Zeit durch eine für die Region beispielhafte Bereitschaft zur Akzeptanz demokratischer Spielregeln wie zum Aufbau einer Zivilgesellschaft. Aus ihrem Kampf für Freiheit und einmenschenwürdiges Leben hat heute die Mehrheit der Oppositionellen (und auch die meisten der Islamisten ihre Lehren gezogen.
I
n ihrem Essay unternehmen M. und S. Allafi den Versuch, die Reife Irans für den Aufbau einer beispielhaften Demokratie in der Region zu beleuchten. Obwohl die Regierung sich nach außen als Hüter eines fundamentalistischen Gottesstaates präsentiert, sind die Menschen in Iran mittlerweile nicht nur ein hohes Bildungsniveau und einen modernen Lebensstandard gewöhnt, sondern sie sind auch routiniert in der Anwendung der parlamentarischen Demokratie und in der Entwicklung einer produktiven Streitkultur erfahren. Dazu hat auch der Kampf für die Frauenrechte beigetragen. Darüber hinaus ist der Einfluss des Landes auf die Nachbarstaaten Irak, Afghanistan, Türkei und Pakistan wie auch die neuen Republiken Zentralasiens nicht zu unterschätzen.

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© M. und S. Allafi
Zuletzt geändert: 22/12/11


Nalan -
Ein Mensch
ohne Gnade
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Leyla -
Auf der Suche
nach Freiheit

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Die Nächte
am Main

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Die letzte Nacht
mit Gabriela

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Verloren

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Die Nähmaschine

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